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Pionier Bataillon Koblenz (bis 15.05.1957)

 

Neben der intensiven militärischen Ausbildung war die Öffentlichkeitsarbeit ein weiterer Schwerpunkt im Gründungsjahr des Bataillons. So lernte beispielsweise eine Klasse Würzburger Primaner am 28.10.1956 in Ko-Metternich den Dienstbetrieb in der Truppe kennen.

Ein weiterer Schritt, das Verhältnis zur Zivilbevölkerung zu verbessern, war die Gründung einer Bundeswehr-Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft am 29.10.1956.

 

Ein besonders denkwürdiger Tag für das Pionierbataillon Koblenz war der 14.11.1956. Denn an diesem Tag wurde das „Quartier Basset“ an die Bundeswehr übergeben und zum letzten Mal die Französische Trikolore niedergeholt.

Erster Aufzug der Wache

Am 15.11.1956 ist der erste deutsche Wachaufzug und es wird nur noch die Deutsche Bundesdienstflagge über der Pionierkaserne wehen.

       

Unterstellungswechsel - dem Befehl des BMVg-V B 1 vom 10.12.56 ist zu entnehmen, dass die Metternicher Pioniere inzwischen dem II.Korps/2.GrenDiv unterstellt wurden.

Den ersten großen Einsatz hatte das Bataillon im zivilen Bereich am 10. / 11. Feb. 1957, als durch einen Erdrutsch die Rhein-Uferstraße B42 zwischen Ehrenbreitstein und Urbar versperrt wurde und dort Sprengungen durchgeführt werden mussten.

 

Augenzeugen berichten:

Am 09.02.1957 um 20.00 Uhr knisterte es!

Als die Nacht hereinbrach, prasselten hunderte Tonnen des schwarzen Quarzgesteins in die Tiefe.
Sekunden später, als das Donnern verhallt war, bot sich im Licht vieler Scheinwerfer ein Bild der Verwüstung. Steinbrocken von Kubikmeter-Größe lagen bergeweise auf der B42.

Soldaten des Pionier Bataillon Koblenz räumten am 10.02.1957 die Straße und stellten die Sprengtrupps für die Erschütterungs-Sprengungen.

 

Die folgenden Zeitungsartikel belegen den Einsatz des „Pionier Bataillon Koblenz“

 

 

Erste Vereidigung im Standort Koblenz

Am 16.04.1957 wird beim Pionier Bataillon Koblenz in der Metternicher Pionierkaserne und auch in der Garnison-Koblenz, die erste Vereidigung durchgeführt. Feierliche Stille lag über dem Exerzierplatz, als die Kommandos zur Eidesleistung erschallten. Mit erhobener Hand leisteten die Rekruten ihren Eid.
 

Siehe Bericht der Rheinzeitung vom 17.04.1957

   

Schweres Pionierbataillon (TV) 717

Zum 16.05.1957 wurde das Pionierbataillon KOBLENZ in sPiBtl 717 (TV) umbenannt, umgerüstet und auf 431 Soldaten aufgefüllt. Das Btl wurde ab 01.08.1957 dem sPiRgt 706 unmittelbar unterstellt und damit dem „Amt Territoriale Verteidigung“ zugeordnet.

Den ersten von vielen Hochwassereinsätzen im Raum Koblenz bewältigte das sPiBtl 717 (TV) Ende Februar 1958. Hier zeigte es die enge Verbundenheit zur Garnisonsstadt Koblenz.

Der folgende Zeitungsartikel berichtet über den Einsatz der Pioniere des Bataillons:

 

Am 13.09.1958 besuchte der damalige Bundespräsident Theodor Heuß die Metternicher Pioniere, anläßlich eines Kriegsbrückenschlages über den Rhein bei Urmitz.

Herbstmanöver der Bundeswehr im Raum Koblenz


Mit einem Brückenschlag über den Rhein (Km 604,9) begannen am 13.09.1958 in Anwesenheit des Bundespräsidenten die diesjährigen Herbstmanöver der 2.GrenDiv. Nach Einweisung in die Lage begab sich der Bundespräsident in Begleitung vom GenInspekteur General Heusinger und hoher Ehrengäste (Attachés und NATO-Offiziere) in den Bereitstellungsraum der Truppe. Dabei führte der Bundespräsident viele Gespräche mit Soldaten aller Dienstgrade. Interessiert verfolgten die hohen Gäste den Brückenschluss der ca. 300 m langen Kriegsbrücke, Noch in der gleichen Nacht setzte die Division über die vom sPiBtl 717 (TV) geschlagene Brücke und stieß in den Westerwald vor – für die Metternicher Pioniere hieß das „Auftrag ausgeführt“.
Bei dieser Übung prägte der Bundespräsident das Wort „nun siegt mal schön“.

       

Am 16.09.1959 wurde das Bataillon nach STAN 59 umgegliedert und nannte sich sPiBtl 717.

Im November 1959 erhielt das Bataillon mit der Zuweisung des SE-Brückensatzes ein eigenes Kriegsbrückengerät. Die SE-Brücke ist eine zweispurige, geschraubte Brücke, die als Eisenbahn-, Straßen- und Schwimmbrücke entwickelt worden war.

   

Ein weiterer integraler Bestandteil des sPiBtl 717 war die schwere Schwimmbrückenkompanie 724.


Am 01.04.1971 wurde das SchwBrBtl 860 aufgestellt, dazu wurde die sSchwBrKp 724 als aktive zweite Kompanie eingegliedert. Das Bataillon wurde 01.10.1979 in SchwBrBtl 360 umbenannt und verlegte am 27.04.1987 nach Speyer.
Teile des Bataillons wurden bereits ab 01.04.1993 zur Aufstellung des PiBrBtl 863 herangezogen. Aufgelöst wurde das SchwBrBtl 360 zum 30.09.1993. Die 2./schwBrBtl 360 wurde ab 01.10.1993 umbenannt / umgegliedert zur 3.Kp des PiBrBtl 330.

In der Anfangszeit wurde das sPiBtl 717 mehrfach im zivilen Bereich eingesetzt so beispielsweise: im sozialen Wohnungsbau, Sprengen von Bunkern, Türmen etc.

1959 in der Beseitigung einer Bunkeranlage in NEUWIED

       

1960 beim Fischsterben im Moseltal

       

Die beiden Fotos zeigen Soldaten des sPiBtl 717 bei ihrem Einsatz im Mühlental. Starke Regenfälle hatten im Raum Koblenz für Überschwemmungen gesorgt. Berghänge kamen ins Rutschen, Straßen brachen ein - ganze Ortschaften wurden von der Außenwelt abgeschlossen.

 

Ab September 1961 wurde das sPiBtl 717 mit Hohlpattenbrückengerät ausgestattet. Erster Brückenschlag bei (Rhein-Km 604,9) am 10.09.1961 280 m - 27 Minuten.

       

Neben der Ausbildung wurde das Bataillon immer wieder zur Hilfeleistung für die Zivilbevölkerung herangezogen. Doch diese Einsätze erfolgten nicht nur bei regionalen Katastrophen. So wurde das sPiBtl 717 auch im Rahmen der Hochwasserkatastrophe an der deutschen Nordseeküste 1962 im Landkreis Stade eingesetzt.

Es folgten in den nächsten Jahren Übungen und Manöver mit Kriegsbrückenschlägen über den Rhein, der Mosel und der Lahn. Das Bataillon bewies die Einsatzbereitschaft bei verschiedenen nationalen und internationalen Übungen.
 


Herausragend war der Kriegsbrückenschlag im September 1968 über den Rhein bei Mainz:

Siehe Artikel der Rheinzeitung vom 11.09.1968
Übung „Grüne Kurpfalz“

 

Im November 1970 fand die bundesweite Tagung der Vertrauenspersonen mit Verteidigungsminister Schmidt, ausgerichtet vom sPiBtl 717, in der Koblenzer Pionierkaserne statt.

       

Schweres Pionierbataillon 850

Ab dem 01.04.1971 wurde das Bataillon in ein sPiBtl TerrH umgegliedert und in sPiBtl 850 umbenannt. In den folgenden Jahren nahm das Bataillon erneut an verschiedenen Übungen und Manövern erfolgreich teil:

Herbst 1973: Übung "Neckar 73" mit Amerikanern und Franzosen

In diese Zeit fällt auch die offizielle Besiegelung der Patenschaft zwischen dem sPiBtl 850 und dem 293th EngBtn (Hv). Die Beziehung bestand bereits seit 1970.

       

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